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"Ein Verein gehört nicht einem Menschen. Der Verein gehört den Menschen und Mitgliedern, die sich mit ihm identifizieren."

Christian Streich

Die „Mitgliederinitiative Einzigartiger Sport-Club Freiburg e.V.“ wurde im Juni 2017 gegründet, um den Weg unseres Vereins positiv zu beeinflussen. Wir wollen gemeinsam mit dem Sport-Club Freiburg e.V. einen positiven Gegenentwurf zur aktuellen Entwicklung im Profifußball gestalten und die Arbeit des Vorstandes kritisch begleiten.

  • Wir wollen, dass die Mitglieder langfristig das Herzstück des Vereins bleiben. Deswegen möchten wir einen Einstieg von Investoren ausschließen.

  • Der Fußball wird immer mehr von wirtschaftlichen Interessen überlagert. Der Sport und die Menschen, die sich für ihn begeistern, rücken zunehmend in den Hintergrund. Diese Entwicklung bereitet uns Sorgen. Wir fordern den SC-Vorstand auf, sich aktiv für Regelungen einzusetzen um diese Entwicklung zu begrenzen.

Zur kommenden SC-Mitgliederversammlung haben wir zwei Anträge gestellt, über die wir auf dieser Seite informieren.

Die Mitgliederversammlung im Oktober 2017

Am 26. Oktober 2017 findet die diesjährige Mitgliederversammlung des Sport-Club Freiburg e.V. statt.

Diskussion über Investoren – Satzungsänderung

Zu den Stärken des Sport-Club Freiburg e.V. gehört seit jeher die Ruhe im Umfeld des Vereins. Gerade deshalb wollen wir zum jetzigen Zeitpunkt eine Diskussion über die Rolle von Investoren in Fußballvereinen anstoßen. Gerade weil dieses Thema aktuell in unserem Verein zumindest nach Außen hin nicht als präsent erscheint, wollen wir genau jetzt darüber debattieren. Denn sollte es irgendwann doch zum Thema werden, sehen wir die Gefahr, dass aufkochende Emotionen und Zeitdruck eine sachliche Debatte verhindern könnten.

Mit unserem Antrag auf Satzungsänderung werden wir sicherstellen, dass der Profifußball in Freiburg ausschließlich in den Händen des eingetragenen Vereins und damit den Mitgliedern bleibt.

Rolle des Sport-Club Freiburg e.V. im Profifußball

Welche Rolle soll der Sport-Club Freiburg e.V. künftig im deutschen Profifußball spielen?

Über diese Kernfrage haben wir uns ausführliche Gedanken gemacht. Nach einer Bestandsaufnahme über den deutschen Profifußball sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es für unseren Verein sowie den Profifußball Grenzen geben muss.

Wir fordern den Vorstand auf, sich noch intensiver für diese Grenzen des Wachstums auf nationaler und internationaler Ebene einzusetzen. Um dies mit Rückhalt des gesamten Vereins zu machen, stellen wir dafür einen Antrag auf der Mitgliederversammlung. Dieser Antrag ist eine Empfehlungen an den Vorstand.

Fragen und Antworten

Ihr habt noch Fragen? Wir haben die Antworten. Sollte eure Frage nicht dabei sein, schreibt uns doch einfach eine E-Mail oder sprecht uns an, wir beantworten sie gerne.

Ausgliederung? Verkauf von Anteilen? Erklärt mir das bitte nochmal.

Der Sport-Club Freiburg e.V. ist in der Bundesliga einer der letzten eingetragenen Vereine. Viele Vereine haben mittlerweile ihre Profimannschaft ausgegliedert, also eine Kapitalgesellschaft gegründet (beispielsweise eine AG oder GmbH), um dadurch unternehmerischer agieren zu können. Diese Möglichkeit ist auch in der Satzung des Sport-Club Freiburg e.V. verankert.

Die sogenannte „50+1 Regel“ schreibt aktuell fest, dass auch im Falle einer Ausgliederung stets die Mehrheit der Stimmanteile beim Verein bleiben müssen. Vereine können jedoch bereits heute Kapitalanteile an Investoren verkaufen. Dies möchten wir in Freiburg verhindern.

Seid ihr für die Ausgliederung der Profiabteilung?

Zum jetzigen Zeitpunkt halten wir die Rechtsform des eingetragenen Vereins für den Sport-Club Freiburg für richtig. 2014 haben wir uns mit der Satzungsänderung auf der Mitgliederversammlung bewusst für deren Beibehaltung, bei gleichzeitiger Professionalisierung der Strukturen und Installation eines Aufsichtsrates, entschieden.

Mit der angestrebten Satzungsänderung sollen die Rahmenbedingungen einer, theoretisch möglichen, Ausgliederung definiert werden.

Dennoch bevorzugen wir die Rechtsform des eingetragenen Vereins und lehnen eine Ausgliederung zum heutigen Zeitpunkt ab.

Was ist das Ziel eurer Satzungsänderung?

Mit der Satzungsänderung soll sichergestellt werden, dass auch in Zukunft 100% der Anteile im Besitz des eingetragenen Vereins bleiben. Der Verkauf von Anteilen an einen Investor oder Partner, wird dadurch ausgeschlossen.

Dadurch stellen wir sicher, dass der Profifußball in Freiburg auch langfristig ausschließlich in den Händen seiner Mitglieder bleibt.

Was spricht gegen den Verkauf von Anteilen?

  • Wir wollen ausschließen, dass der Verein und somit die Mitglieder stark an Einfluss verlieren. Die Möglichkeit zur demokratischen Mitbestimmung und Einflussnahme soll auch zukünftig bei den Mitgliedern liegen. Stimmanteile an einer ausgegliederten Fußballabteilung für eine einzelne Person oder Unternehmen lehnen wir ab.
  • Ein Verkauf von Anteilen führt zu Identifikationsproblemen bei Mitgliedern & Fans.
  • Durch den Verkauf von Anteilen steht der Fußballabteilung nur einmalig frisches Kapital zur Verfügung. Ein langfristiger Vorteil ist nicht garantiert. Wir sind überzeugt, dass es für Unternehmen, die ihre Partnerschaft mit dem Verein intensivieren möchten, andere Möglichkeiten gibt, die die Stellung des eingetragenen Vereins nicht beeinträchtigen.
  • Unternehmen handeln immer nach wirtschaftlichen Interessen. Ein fremdes, am Verein beteiligtes Unternehmen wird daher auch immer seine eigenen Interessen verfolgen und diese nie komplett zurückstellen. Das gilt selbstverständlich auch, wenn ein regionaler Bezug vorhanden ist. In guten Zeiten kann die Zusammenarbeit zwischen eingetragenem Verein und Investor partnerschaftlich funktionieren. In Krisenzeiten, egal ob für den Verein oder den Investor, kann ein zusätzlicher Akteur mit Eigeninteressen dem Verein schaden. Es sind genügend warnende Negativbeispiele von Anteilseignern bekannt, die in schlechten Zeiten öffentlich Forderungen an die Verantwortlichen der Fußballabteilung gestellt haben.
  • Ein Verkauf von Anteilen an einen Investor erhöht auch die Abhängigkeit von diesem. Dies stellt ein zusätzliches Risiko dar.
  • Auch bei einem Verkauf von Anteilen ohne Stimmrecht ist nicht auszuschließen, dass ein Investor versucht direkt oder indirekt Einfluss zu nehmen.
  • Eine ausgegliederte Fußballabteilung, die zu 100% im Besitz des Vereins ist, garantiert eine weiterhin ruhige Atmosphäre. Das ruhige Umfeld in Freiburg war immer eine Stärke des Vereins. Schnelle und einfache Entscheidungsprozesse bleiben weiterhin bestehen und können einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Clubs mit Investoren mit großem Einfluss darstellen.

Warum soll der Sport-Club Freiburg e.V. keine Anteile ohne Stimmrecht verkaufen dürfen?

Selbst beim Verkauf von Anteilen ohne Stimmrecht gehen wir davon aus, dass der Investor versuchen wird, Einfluss auf den Verein zu nehmen, um seine Interessen durchzusetzen. Dabei ist es ganz egal ob dieser über keine oder weniger als die Hälfte der Stimmrechte verfügt. Es gibt in der Deutschland zahlreiche Beispiele dafür, unter anderem 1860 München oder Jahn Regensburg.
Außerdem hat ein Investor immer noch die Möglichkeit, den Weg über die Öffentlichkeit zu gehen und so Druck aufzubauen.

Ein Verkauf von Anteilen kann doch bald notwendig sein, um in der Bundesliga finanziell bestehen zu können?

Durch den Verkauf von Anteilen steht nur einmalig frisches Kapital zur Verfügung. Ein langfristiger Wettbewerbsvorteil ist damit nicht garantiert. Wir sind überzeugt, dass es für Unternehmen, die ihre Partnerschaft mit dem Verein intensivieren möchten, andere Möglichkeiten gibt, die die Stellung des eingetragenen Vereins nicht beeinträchtigen.
Unsere Position ist daher: Zusammenarbeit mit Partnern & Sponsoren: ja – Verkauf von Anteilen an Investoren: nein

Warum stellt ihr zum jetzigen Zeitpunkt den Antrag auf Satzungsänderung? Darüber kann doch im Konzept für eine Ausgliederung abgestimmt werden?

Wir erachten es als wichtig, die Diskussion über diese Thematik zum jetzigen Zeitpunkt zu führen. Unaufgeregt und in Ruhe. In einer Phase, in der wir finanziell gut aufgestellt sind und nicht unter erhöhtem Wettbewerbsdruck stehen.

Nicht nur das Beispiel des VfB Stuttgart zeigt, dass langfristige Gedanken schnell zu Gunsten des kurzfristig verfügbaren, zusätzlichen Kapitals zurückgestellt werden, wenn ein möglicher Investor mit einem Millionenbetrag vor der Tür steht.

Durch die Satzungsänderung konkretisieren wir die Rahmenbedingungen unter denen der Vorstand ein Konzept zur Ausgliederung erarbeiten darf.

Was ist der Anlass für die geplante Empfehlung an den SC-Vorstand "Rolle des Sport-Club Freiburg e.V. im Profifußball"?

Nicht nur die vergangene Transferperiode hat uns gezeigt, dass die Entwicklung im Profifußball immer rasanter bedrohliche Ausmaße annimmt. Spieler werden für unbegreiflich hohe Summen transferiert. Bestehende Regeln wie das „Financial-Fairplay“ werden schlicht ignoriert. Hinzu kommen die Enthüllungen der „Football Leaks“, die aufgezeigt haben, wie skrupellos Berater und andere Akteure versuchen, möglichst hohe Profite zu erzielen. Unsere ausführlichen Gedanken zur Entwicklung des deutschen Profifußballs können hier nachgelesen werden.

Was bedeutet es, dem Vorstand eine "Empfehlung" auszusprechen?

Mit der Empfehlung wollen wir den Vorstand dazu ermutigen, sich mit der Rückendeckung seiner Mitglieder aktiv gegen die oben genannte Entwicklung im Profifußball einsetzen zu können. Die Empfehlung ist nicht bindend, vielmehr bestärkt sie den Vorstand in seinem Handeln im Sinne der Werte des Sport-Club Freiburg e.V.

Warum wollt Ihr dem Vorstand eine Empfehlung aussprechen? Macht der Vorstand etwa keine gute Arbeit?

Im Gegenteil – der Vorstand hat in den vergangenen Jahren ganz hervorragende Arbeit geleistet. Sportlich und finanziell liegen viele erfolgreiche Jahre hinter uns.
Die aktuelle Entwicklung im Profifußball bereitet uns jedoch Sorgen. Von Seiten des Sport-Clubs positioniert sich Christian Streich regelmäßig zu kritischen Themen. Wir wünschen uns jedoch vom ganzen Verein eine deutliche Positionierung. Reine Kritik an der aktuellen Entwicklung ist aus unserer Sicht aber nicht ausreichend. Wir möchten, dass sich der Vorstand aktiv für neue Regelungen einsetzt und diese mit Partnern erarbeitet. Mit unserem Antrag möchten wir dem Vorstand dafür ein positives Signal senden und zeigen, dass die Mitglieder des Vereins sich eine aktive Rolle in der Entwicklung des Profifußballs wünschen. 

Greift ihr damit nicht ins operative Tagesgeschäft des Vorstands ein?

Ganz und gar nicht. Wir würden es uns auch nicht anmaßen, aktiv in das operative Tagesgeschäfts des Vorstands einzugreifen. Für uns geht es bei unserer Empfehlung um eine Diskussion über die strategische Ausrichtung. Einen Eingriff in das operative Tagesgeschäft durch die Mitgliederversammlung, wie beispielsweise Mitbestimmung bei möglichen Transfers oder Gehältern, lehnen wir ab.

Reicht es nicht aus, dass sich mit Christian Streich regelmäßig ein SC-Verantwortlicher kritisch zu aktuellen Entwicklungen im Fußball und in der Gesellschaft äußert?

Wir finden es großartig, wie sich Christian Streich regelmäßig zur sportlichen wie gesellschaftlichen Entwicklung äußert. Seine Reichweite und die Reaktionen, die er hervorruft, zeigen wie viele Menschen die kritischen Positionen zum Profifußball teilen und dass auch der „kleine“ Sport-Club Freiburg e.V. große gesellschaftliche Diskussionen anstoßen könnte. Wir wünschen uns, dass sich der gesamte Verein gegen die aktuellen Entwicklungen positioniert. Kritk oder populistische Äußerungen bringen aber keine Besserungen. Wir empfehlen dem Vorstand daher, sich aktiv bei DFL & DFB für neue Regelungen einzusetzen.

Mitmachen, diskutieren und teilen

Jeder Verein lebt von dem Engagement seiner Mitglieder, so auch unsere Initiative. Wir freuen uns über Unterstützerinnen und Unterstützer, die gemeinsam mit uns die Entwicklung der Sport-Club Freiburg e.V. positiv mitgestalten wollen. Auch sind wir dankbar über Anregungen, neue Ansatzpunkte und Kritik.

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